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Die Piraten von Libertalia

Bücher

(Neuausgabe)

Cover

Graphiti-Verlag

ISBN: 978-3-95999-008-0

Paperback: 236 Seiten

12,90 Euro

Erschienen 21.11.2018

"Wenn du groß bist, werde ich dir von Libertalia erzählen. Wo du geboren wurdest, wo wir alle frei, gleich und wie Brüder zusammengelebt haben ... "

Als ich 2005 nach Madagaskar kam, wusste ich nur, dass die Küsten der großen Insel vom 16. bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts von verschiedenen Piratengenerationen beherrscht worden waren.

Piraten und Geschichten über sie hatten mich schon immer fasziniert. In Madagaskar "stolperte" ich regelrecht über Zeugnisse ihrer früheren Existenz.
In den Zeitungen erschienen immer wieder Artikel über eine legendäre Piraten-Republik, deren Namen Hotels, Bars, Restaurants trugen: Libertalia.
In Sainte Marie besuchte ich den Piraten-Friedhof.

Ich erfuhr, dass die Republik Libertalia zwischen 1690 bis 1720 von einer Gruppe Piraten und deren Kapitänen Misson und Caraccioli, mit den Idealen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit; etwa hundert Jahre vor der Französichen Revolution (1789 bis 1799), gegründet worden war. Die Piraten der Libertalia versuchten ihren Traum von einer internationalen Gesellschaft zu verwirklichen, in der alle Menschen – egal welcher Abstammung, Religion und Hautfarbe - gleich sind. Neben Landwirtschaft, der Gründung von Familien mit einheimischen Frauen und dem Aufbau eines demokratischen Staates – in Libertalia soll es freie Wahlen gegeben haben – unternahmen die Piraten immer wieder Beutezüge auf dem Meer, mit denen sie ihre Abenteuerlust auslebten und den wachsenden Bedarf an potentiellen Mitbürgern deckten: Die Besatzung der gekaperten Schiffe wurde nur ausnahmsweise getötet, den gefangenen Seeleuten wurde angeboten sich in Libertalia niederzulassen, und die befreiten Sklaven von gekaperten Schiffen wurden in Libertalia aufgenommen.

Was war aus ihr geworden? Hatte es die Republik wirklich gegeben?

Voller Fragen machte ich mich auf die Spuren Libertalias. In Diego-Suarez, dem heutigen Antsiranana, wo die Liberi ihre Republik aufgebaut hatten, fand ich diese Wandmalerei. So ähnlich hatte ich mir den Franzosen Misson vorgestellt ...

In der Bibliothek einer Missionsstation in Antsiranana fand ich Texte zu Libertalia, die mich zu dem Buch von dem anonymen Kapitän Charles Johnson ...

... und schließlich zu Daniel Defoe führten ...

Ich besuchte die Bucht, in der Libertalia aufgebaut wurde, schaute auf den Hafen - im Buch "Hafen der Freunde", blickte auf die kleine Insel, dem die Piraten den Namen "Zuckerhut" gegeben hatten ... ich sah die Piraten und ihre Familien vor mir und ich begann die Geschichte Muros zu schreiben, der als von den Liberi befreiter Sklave zum Bürger Libertalias wird ...

"... Nasrin Siege motiviert mit diesem Buch zum Nachdenken über die Würde jedes einzelnen Menschen und sein Recht auf Freiheit und fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der heutigen Zeit, in der noch immer nicht alle Menschen frei und gleich sind. Trotz des Scheiterns der utopischen Piratenrepublik Ende des 17. Jh. bleibt jedoch die Hoffnung, dass deren Staatsprinzip sich irgendwann in allen Ländern der Welt verwirklichen lässt. Denn die Republik Libertalia scheiterte nicht von innen heraus, sondern hätte sich weiterentwickeln können, hätten nicht widrige äußere Umstände allem ein Ende gesetzt. - Ein nachdenkliches und politisches Buch, für junge Leser gut lesbar in eine spannende Piratengeschichte verpackt. ..."
Lesen Sie hier die gesamte Rezension vom Borromäusverein.de.


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NASRIN SIEGE